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M! GAMES December 16, 2016 00:00





In this issue of M! GAMES : Messbarer Spielspaß?

Immer wieder flattern Spiele zum Test in unsere Büros, die die M!-Redaktion spalten. Titel, die solch starke Emotionen wecken und tiefe Meinungsgräben reißen, dass rationales Argumentieren um die ­Spielspaß-Wertung schwerfällt. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Indie-Games, die ihren Reiz aus einer eigenwilligen, oftmals künstlerischen Präsentation ziehen, mit einer abgefahrenen Story respektive schrägen Charakteren aufwarten oder sich mit einem unorthodoxen Spielkonzept von der Masse abheben wollen. Die Folge: Man liebt sie oder man hasst sie. Ein ­Dazwischen ist bei diesen Extremfällen quasi nicht vorgesehen, weil sich objektiv messbare Eigenschaften (zum Beispiel Grafik­qualität, Kontrollen, Kameraführung, Fehlerfreiheit oder spielerischer Anspruch) mit subjektiven Kriterien (etwa Story, Art Design oder das Wecken von Emotionen) duellieren.

Verzaubert ein Spiel – wie ”The Last Guardian”, Test ab ­Seite 52 – nun subjektiv mit seinen Charakteren, seiner Story sowie seiner künstlerischer Gestaltung und schreckt es gleichzeitig objektiv mit Ruckel­grafik, schwammiger Steuerung, chaotischer Kamera sowie handfesten Bugs ab, haben wir M!-Redakteure ein Problem namens Spielspaß-Gesamtwertung. Denn selten gewichten alle Tester die einzelnen Kriterien gleich. Vielmehr blendet der eine die technischen Mängel aus und gibt sich voll der pittoresken Stimmung hin, während der andere zwar eben jene geniale ­Atmosphäre genießen möchte, aber ständig damit hadert, dass die Spielfigur herumhampelt, die Bildrate schwankt und der virtuelle Kameramann betrunken an jeder Ecke hängen bleibt. Wie bei vielen M!-Tests ist auch die große Zahl am Ende des ”The Last Guardian”-Artikels ein Kompromiss, der zum einen aus mehreren Redakteurs-Meinungen hervorgeht und zum anderen für die Leser nur Orientierungspunkt sein kann, schließlich sind Geschmäcker verschieden. Jeden davon mit nur einer Wertungszahl zu treffen, ist Utopie.

Zum Glück besteht ein M!-Test aber eben nicht nur aus ­dieser einen – unserer Ansicht nach immer noch relevanten – Zahl, die das Spielerlebnis auf einer 100er-Skala ­verortet. Wir haben einen informativ-wertenden Text und persönliche Meinungskästen, in denen die Redakteure Games subjektiv einordnen. Erst wenn man alle Texte, Zahlen und Extrakästen studiert hat, ergibt sich ein komplettes Bild unserer Beurteilung. Und erst dann könnt Ihr tatsächlich abwägen, ob Spiel XY Euren Geschmack wahrscheinlich treffen wird oder ob Ihr besser mal die Finger davon lasst.

Nach diesem Plädoyer pro Lesen und kontra Nur-Zahlen-Gucken bleibt uns nur noch, Euch allen frohe Weihnachten und ein verspieltes Jahr 2017 zu wünschen. Ach ja: Solltet Ihr in den Winterferien oder im Winterurlaub Lust auf streitbares oder konstruktives Feedback zur M! haben, dann schreibt uns unter leserpost@maniac.de!



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