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matices December 19, 2019 00:00





In this issue of matices : In Zeiten, wo plötzlich der Klimawandel in aller Munde diskutiert wird sollte sich der Blick auch auf jene Lebewesen richten, die an dieser Debatte – zumindest nicht direkt – teilnehmen können: Tiere. In pulsierenden Großstädten wie Lima, São Paulo oder Ciudad de Mexico ist es leicht zu vergessen, dass es sie überhaupt gibt. Welche Rolle spielen Tiere im Leben der Menschen und welche spielen die Menschen im Leben der Tiere? Leben wir in zwei unterschiedlichen Welten oder ist diese eine Welt lediglich entzweit? matices möchte sich in dieser Ausgabe den unterschiedlichen Facetten von Mensch-Tier Beziehungen widmen und euch einladen die Welt der Tiere besser kennenzulernen.
Zunächst werden wir euch heitere und interessante Mythen, die sich in verschiedenen Regionen Lateinamerikas um unterschiedliche Tiere ranken, vorstellen. Teilweise reichen diese weit in die Vergangenheit zurück, sind aber noch heute von Bedeutung. Dem König des Dschungels – dem Jaguar – das mitunter eindrucksvollste, gefürchtetste und auch berühmteste Tier der Amerikas wollen wir mit dem Artikel „Zwischen Feindbild und mythischer Gottes-Gestalt“ besondere Aufmerksamkeit schenken. Ebenso wie der Artikel “Tortugas de agua dulce de Uruguay” zeigt er die Gefahren einer Entfremdung und die Auswüchse neoliberaler Wirtschaftspolitik auf, die Tiere zum Objekt und zur Ware herabsetzen. Doch gibt es auch Hoffnung. Das Interview mit dem Inhaber einer veganen Taqueria in Mexiko Stadt zeigt, dass ein Bewusstsein für den Wert von Tieren immer mehr Menschen erreicht. Wir erfahren wie sich in einem Land, in dem ein Großteil der Nationalspeisen Fleisch beinhaltet, eine vegane Taqueria trotzdem großer Beliebtheit erfreut. Auch das Lama, welches vor der Linse fast aller Touristen, die das südliche Amerika bereisen nicht fehlen darf, ist mehr als nur ein Touristensouvenir. In der Kosmologie der Inkas und der andinen Welt spielten und spielen die Nutztiere eine tragende Rolle. Das Wohlbefinden einer Herde bestimmte maßgeblich das Ansehen der Familie, die diese Tiere besitzen. Persönliche und nahe Einblicke in unterschiedliche Perspektiven auf und Beziehungen mit Tieren geben unsere „voces directas“.
Tiere spielten immer schon eine tragende Rolle im Leben der Menschen in Lateinamerika: als Halbgötter und Gefährten, als Protagonisten in unzähligen Sagen und Mythen, als Feind und als Freund. Mit der Modernisierung und der Kolonialisierung schien dies zu kippen und langsam schwanden die Tiere aus dem Leben vieler Menschen, waren nur noch entfremdet auf ihren Tellern oder im Fernsehen zu erahnen. Umgekehrt nahmen die Menschen im Leben der Tiere jedoch umso mehr Raum ein – im wörtlichen Sinne. Innerhalb der letzten Jahre kam jedoch auch eine Gegenbewegung ins Rollen, selbst in Ländern Lateinamerikas und der iberischen Halbinsel, wo der Fleischkonsum besonders hoch ist. Mit dem Themenschwerpunkt „Menschen und Tiere“ möchten wir euch die unterschiedlichen Perspektiven auf Mensch-Tierbeziehungen nahebringen.



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